| Haupttitel | DAS GEHEIMNIS DER SILBERNEN SCHATULLE | Untertitel | Die abenteuerlichen Expeditionen des Doktor Curtius |
| Autor | Claus H. Stumpff |
| Verlag | Edition LIThaus, Berlin |
| ISBN | 978-3-939305-19-4 |
| Genre | Belletristik, Kriminalroman |
| Gliederung | Einleitung, 9 Teile mit 65 Kapiteln, Nachtrag, 324 Seiten |
| Ausstattung | Paperback (Klappenbroschur) |
| Zielgruppe | Anspruchsvolle Leser, Jugendliche ab 14 Jahren |
| Orte der Handlung | Schwäbische Alb, München, Bayrischer Wald |
Hauptfiguren |
DR. MARTIN CURTIUS, vormals Fachbereichsleiter Biologie an einem Münchner Gymnasium. Will eine Substanz zur Kleinschrumpfung von Menschen entwickelt haben. Wurde wegen Verletzung der Aufsichtspflicht vom Schuldienst suspendiert. |
| CLAUDIA BERGER, 20 Jahre alt, kostet gemeinsam mit ihrem Bruder Max von dem sonderbaren Elixier des Dr. Curtius. Einige Jahre später erkrankt sie an einem ekligen Hautausschlag. Sie bricht deswegen ihr Biologie-Studium ab. | |
| MAX BERGER, 23 Jahre alt, Claudias Bruder, erkrankt zur gleichen Zeit wie seine Schwester an verunstaltenden Ekzemen. Kann infolge eines unerklärlichen Schwächeanfalls seinen Beruf als Kfz-Mechaniker nicht mehr ausüben. | |
| CHRISTIAN SEIFFERT, überlebt querschnittgelähmt einen schweren Verkehrsunfall. Entziffert seltsam verschlüsselte Hinweise des Dr. Curtius. Rettet das Leben seiner Freunde und macht eine grauenhafte Entdeckung. | |
| LUDWIG HERZOG, Apotheker, vierzigjähriger Witwer, Vater von Thomas (15) und Beate (12). Heiratet seine Haushälterin ⇓ | |
| JULIA MILLERT, ohne etwas von ihrer schicksalhaften Vergangenheit zu ahnen. | |
| THOMAS HERZOG, Ludwigs 15-jähriger Sohn, entdeckt beim Stöbern auf dem Dachboden eine silberne Schatulle. | |
| ROBERT und FRANZISKA ABEL, 15-jährige Zwillinge, werden von Doktor Curtius zu einer Achterbahnfahrt auf das Münchner Oktoberfest eingeladen. Während der Fahrt verschwindet Robert spurlos. | |
Nebenfiguren |
HOLGER TEWES, Hauptkommissar mit langjähriger Berufserfahrung, erhielt wichtige Informationen von Jugendlichen. |
| STANISLAW STROGULSKI, aus Polen verschleppter Zwangsarbeiter, entdeckt 1945 gleich nach Kriegsende im Ruinenkeller von Schloss Hohenburg einen Juwelenschatz. Er versteckt den Fund zunächst vor seinen Kameraden, muss ihn jedoch aus widrigen Gründen zurücklassen. | |
| MIROSLAW STROGULSKI, Stanislaws missratener Sohn, macht sich ein halbes Jahrhundert später auf den Weg nach Süddeutschland, um den dort von seinem Vater versteckten Schmuck zu bergen. | |
| EDUARD ›EDDY‹ BAUSEWITZ, schmieriger Fettwanst mit krimineller Vita, betreibt nahe der Schlossruine Hohenburg die Kneipe »ZUR BLAUEN LAMPE«. Miroslaw ist Gast dieses heruntergekommenen Lokals, was ihm zum Verhängnis wird. | |
| VICTOR KORNBICHLER, Hehler und ehemaliger Zellengenosse von Eddy, erfährt von dem im Ruinenkeller verborgenen Schatz. Er schreckt vor nichts zurück. | |
| TIM LORENZ, einfältiger Freund von Max Berger, hat genau wie dieser großes Interesse am Inhalt der silbernen Schatulle. | |
| DR. MARKUS MAYRHÖFER, Arzt für Naturheilverfahren, Inhaber eines kleinen Privatsanatoriums, hat ein ungewöhnliches Schicksal hinter sich. | |
Randfiguren |
SEBASTIAN MERZ,betreibt einen Reiterhof im Bayrischen Wald und trifft im Sanatorium Dr. Mayrhöfer auf seine große Liebe. |
| DR. WERNER MAYRHÖFER und seine Frau WALTRAUD, entdecken am Donau-Ufer bei Passau einen schwerverletzten Jungen mit totalem Gedächtnisausfall. | |
| MARTINA CURTIUS,Zwillingsschwester von Dr. Martin Curtius, überrascht mit den schriftlichen Bekenntnissen ihres verstorbenen Bruders. |
EINIGES AUS DEM INHALT
Im Rückblick werden die letzten Kriegstage 1945 sowie die Zerstörung von SCHLOSS HOHENBURG auf der SCHWÄBISCHEN ALB durch französische Panzergranaten, sowie das traurige Schicksal des Barons Rüdiger Freiherr von Hohenburg und seiner Ehefrau Gerlinde geschildert. Beide hatten sich in einem Feldlazarett kennengelernt, wo Gerlinde als Rot-Kreuz-Schwester den jungen Oberleutnant Rüdiger nach der Amputation eines Unterschenkels betreute.
Nach der Kapitulation des Hitler-Regimes im Mai 1945 kehrten Massen ehemaliger polnischer und ukrainischer Zwangsarbeiter in ihre Heimatländer zurück. Das waren zerlumpte, ausgehungerte aber auch rachedurstige Männer und Frauen. Stanislaw Strogulski, ein junger, aus Polen verschleppter Maurergeselle, nächtigte unterwegs in einer Feldscheune unweit der noch rauchenden Ruine von Schloss Hohenburg. Im halbwegs erhaltenen Schlosskeller hatte er zuvor unter Schutt eine angekohlte Kommode ausgegraben. In deren Geheimfach entdeckte er den Familienschmuck der ehemaligen Schossbesitzer. Vor seinen Weggenossen versteckte er diesen wertvollen Fund, um ihn am nächsten Morgen heimlich in seine Heimat mitzunehmen. Doch dazu kam es nicht.
Jahrzehnte später findet der aus der Justizvollzugsanstalt Hamburg-Fuhlsbüttel entflohene polnische Strafgefangene Miroslaw Strogulski im immer noch zugänglichen Kellergewölbe der Schlossruine Hohenburg tatsächlich die dort von seinem Vater Stanislaw zurückgelassenen Preziosen.
Dr. Martin Curtius, Fachbereichsleiter für Biologie an einem Münchner Gymnasium, will ein Präparat zur vorübergehenden Kleinschrumpfung von Menschen bis auf Insektengröße entwickelt haben. Seinem Musterschüler Robert Abel bietet er die Beteiligung an einer Expedition in einen Hummelbau an. Robert erklärt sich dazu unter der Bedingung bereit, dass seine Zwillingsschwester Franziska ihn begleitet. Dr. Curtius erteilt dazu sein Einverständnis und lädt die Geschwister aufs Oktoberfest ein. Der Tag nimmt ein schreckliches Ende, denn Robert verschwindet spurlos während einer Fahrt mit der riesigen Achterbahn. Die Suche nach ihm bleibt leider ohne Erfolg.
Franziska gibt die Hoffnung nicht auf, dass ihr Bruder noch am Leben ist. Trotzdem fällt sie in eine tiefe Depression. Sie heiratet einen Kunstmaler, der bereits kurz nach der Hochzeit Opfer eines tragischen Badeunfalls wird.
Dr. Curtius wird wegen Verletzung der Aufsichtspflicht fristlos aus dem Schuldienst entlassen. Er übersiedelt von München nach Burgstadt, ein kleines, unterhalb der Schlossruine Hohenburg gelegenes Städtchen. Dort widmet er sich weiterhin der naturwissenschaftlichen Forschung.
Für Claudia und Max Berger, Geschwister aus der Nachbarschaft, wird der kinderlose Dr. Curtius bald zum väterlichen Freund. Sie gehen bei ihm ein und aus und sind begeistert von seinen Schilderungen über frühere Expeditionen in den Mikrokosmos. Es gelingt Dr. Curtius zwar noch, Claudia und Max für seine abenteuerlichen Pläne zu gewinnen, doch kurz darauf stirbt er an Herzversagen.
Nach dem überraschendem Tod des alten Herrn eignen sich Claudia und Max dessen silberne Schatulle mit den angeblich zur Kleinschrumpfung benötigten Tinkturen an. Aus purem Leichtsinn führen sie damit Selbstversuche durch, die zunächst ergebnislos bleiben. Vor den Eltern verstecken sie das glänzende Gefäß zwischen dem Gebälk des Dachbodens.
Bei einem Fugzeugabsturz kommen Vater und Mutter Berger ums Leben. Das Elternhaus erwirbt der Apotheker Ludwig Herzog. Claudia und Max werden von den Großeltern aufgenommen. Nach einiger Zeit erkranken sie an ekligen Ekzemen, die erst das Gesicht und dann den ganzen Körper befallen. Sie sind ratlos, erhoffen sich jedoch Heilung durch ein Medikament, das sie in der silbernen Schatulle des alten Lehrers vermuten. Doch die ist für sie unerreichbar. Weil nämlich Dr. Curtius’ Schwester Martina darin weder Bargeld noch Wertpapiere vorfand und daraufhin die Geschwister Berger des Diebstahls bezichtigte, können sie unmöglich den neuen Hauseigentümer Ludwig Herzog um eine Herausgabe »ihrer« Schatulle bitten.
Eines Abends vernimmt der 15-jährige Apothekersohn Thomas schurrende Geräusche auf dem Dachboden. Vom Fenster aus beobachtet er einen Mann, der humpelnd und mit einem kleinen Bündel unter dem Arm davonläuft. Er prägt sich Statur und Kleidung des vermutlichen Einbrechers genau ein und glaubt, gemeinsam mit seinen Sportfreunden, die sich als »SALTOS« bezeichnen, den nächtlichen Besucher in Burgstadt aufspüren zu können.
Am nächsten Tag verfolgen die SALTOS einen hinkenden Mann, der schließlich die verrufene Kneipe »ZUR BLAUEN LAMPE« betritt. Durch ein Hoffenster erblicken sie ihn im Gespräch mit einem schwarzbärtigen Mann. Der »Hinkende« ist Miroslaw Strogulski, der die Juwelen aus dem Ruinenkeller dem Ganoven Victor Kornbichler aushändigt und dafür ein Bündel Geldscheine empfängt. Danach fährt er auf einem alten Moped bergaufwärts.
Die Burschen folgen dem Polen auf ihren Mountainbikes bis zur Schlossruine hinauf. Nur der querschnittgelähmte Christian Seiffert kann ihnen im Rollstuhl nicht so rasch folgen. Das ist sein Glück, denn seine Freunde geraten inzwischen in eine lebensbedrohliche Falle.
Dann überschlagen sich die Ereignisse:
- An der Straße zur Schlossruine Hohenburg entdeckt man einen übel zugerichteten Toten.
- Hinter der Theke der »BLAUEN LAMPE« liegt ein von Schrotkugeln durchsiebter Mann.
- Waldarbeiter stoßen auf eine nackte Knabenleiche.
- Ein junger Mann wird schwerverletzt und mit totalem Gedächtnisausfall am Donauufer bei Passau geborgen. Seine Identität kann nicht festgestellt werden.
Es ergeben sich Fragen über Fragen::
- Wer ist dieser jungen Mann? Woher kommt er?
- Was wurde aus ihm?
- War der Biologe Dr. Martin Curtius ein Spinner?
- Was für ein Forschungsprojekt betrieb er in denen USA?
- Warum kehrte er nach Deutschland und in den Schuldienst zurück?
- Was hatte es mit seinen seltsamen Experimenten auf sich?
- Wer war der Mann auf dem Dachboden?
- Wer steckte hinter den grausamen Morden?
- Wo verblieb der Schmuck aus der Schlossruine?
- Was wurde aus dem polnischen Strafgefangenen Miroslaw Strogulski?
- Woran erkrankten Claudia und Max Berger wirklich?
- Was ergab die Fahndung nach dem verschwundenen Robert Abel?
- Was wurde aus seiner Zwillingsschwester Franziska?
- Was findet der Apotheker Ludwig Herzog heraus?
- Wer ist Ludwigs zweite Frau Julia?
Auf diese und alle weiteren Fragen bleibt das Buch keine Antwort schuldig. Was anfangs wie ein Roman aus dem Genre »Science fiction« erscheint, erweist sich im Verlauf der dramatischen Handlung als echter Kriminalroman mit einigen historischen Rückblicken.
Das überraschende Finale verspricht eine spannende Lektüre, wobei auch die Gefühle nicht zu kurz kommen.
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